Total neben der Spur – beOFFLINE

Es sind diese Momente, wo man die Facebook-Timeline durchscrollt und irgendwann hängen bleibt. Weil da etwas anders ist. Kein weiteres Partyfoto. Keine Meldung, dass eine kurze Beziehung zu Ende ging. Sondern eine Botschaft.

Und dann habe ich mir einmal angesehen, was dahinter steckt. Hinter dem Projekt, der Idee, den Sprüchen und Gedankenanstößen – wer überhaupt dahinter steckt!Die Idee ist recht simpel – Dekanstöße geben. Es gibt so viele tolle Sprüche in diesem Internet, auf Twitter, die werden aber nur von Menschen gelesen, die das eben auch haben. Dieses Internet. Und von denen, die da hin finden. Zu diesen Sprüchen. Dass beides nicht einfach ist, ist klar, und so muss eine Lösung gefunden werden. Die Sprüche offline machen. Auch denen zugänglich machen, die sie sonst nie finden würden.

Gedacht, gemacht, getan. Das Prinzip ist simpel: die Botschaften und Gedanken aus dem Internet sollen im echten Leben, also “da draußen”, verbreitet werden.

Das Internet scheint alles zu können: Ob Schuhe kaufen oder Ländern dazu helfen, sich von ihren Tyrannen zu befreien. Jeden Tag werden Millionen von Botschaften über das Internet geteilt, ob von deinen Freunden oder dem Präsidenten der USA.

Mach mit beim nächsten Schritt: Wir gehen über das Internet hinaus und wollen wichtige Botschaften im echten Leben teilen!
Online tut fast jeder tolerant oder hat eine große Schnauze, doch das echte Leben sieht noch immer anders aus. Wir wollen Denkanstöße geben.

 

So steht es auf der Seite der Aktion. Und auch ihr könnt dabei sein – sucht euch einen Spruch, einen Gedanken, der euch gefällt, druckt ihn aus und hängt ihn auf. Irgendwo, da wo es euch gefällt. In eurem Zimmer, um euch selbst daran zu erinnern, an’s schwarze Brett eurer Schule, um in der Pause jemanden zu erinnern. Und dann macht ihr ein Foto, schickt es ein und zeigt, wo ihr eine Botschaft geteilt habt.(Bei mir liegen übrigens mittlerweile fünf Zettel mit Klebeband bestückt herum, die morgen aufgehängt werden).

Eine weitere schöne Information am Rande: das Projekt existiert in der Form erst seit wenigen Tagen es gibt aber schon einige aufgehängte Zettel. Und da ich denjenigen, der dahinter steht, schon kenne, habe ich ihm ein paar Fragen gestellt. Klappe die Erste, Jan bitte:

Achisto: Wie bist du, seid ihr, überhaupt auf die Idee gekommen? So etwas ähnliches gab es ja sicher schon öfters, vielleicht in einer etwas anderen Form, aber was gab euch konkret den Anstoß zu sagen, hey das machen wir jetzt?

 

Jan: Wir hatten gemeinsam die Idee, genau genommen schon vor etwas längerer Zeit. Dennoch entwickelten wir innerhalb von wenigen Tage zu Dritt ein gesamtes Konzept, wie wir die Sache konkret angehen wollen. Die Facebook-Seite war schnell geschaffen, ich selber kenne mich gut mit Photoshop aus und habe in unter 10 Minuten das Design erschaffen, während Besarta Leute zum Mitmachen motiviert und aufgerufen hat. Die Rückfrage war überraschend groß, was natürlich die Motivation noch einmal zur Höchstleistung pusht.

Die Sprüche und Denkanstöße sind ja oft oder momentan ausschließlich von Twitter – wie handhabt ihr da einmal die Rechte, denn die liegen ja bei den Verfassern, und aber auch, dass immer wieder frische, neue Sprüche hinein kommen?

Die Sprüche kommen zur Zeit entweder von Twitter oder werden von Usern eingeschickt, die meistens selber auch von Twitter sind. Rechtlich können wir das nicht konkret sagen: Für die einen sind 140 Zeichen noch lange kein geistiges Eigentum, für die anderen hingegen schon. Wir posten immer die Links zum Original und vermerken direkt auf der Botschaft den Urheber. Das Internet ist voll mit Weisheiten, und zwar nicht von der Sorte, die Großmutter von ihrem Schwager, der Bauer ist, gelernt hat, sondern zeitgemäße. Jede Botschaft muss den Anspruch erfüllen, einen “AHA!”-Effekt beim Lesen auszulösen. Im Idealfall beschäftigt sich der Leser eine Minute gedanklich damit. Es ist einfach zu schade, dass solch tolle Zitate im Internet verschwunden gehen sollen, darum tragen wir sie in die reale Welt hinaus.

In drei Wörtern: was ist das Ziel des Projekts?

Zwei Welten verknüpfen

Auf Facebook und Twitter kam ja schon gute Resonanz und das obwohl das Projekt noch so jung ist. Habt ihr damit gerechnet oder seid ihr selbst noch ganz erstaunt?

Wir haben uns mittlerweile eine Lagerfläche für die Stolzkekse (Kommentar des Autors: er will auch etwas davon!) angemietet. Nein, ehrlich gesagt hatten wir nicht damit gerechnet, dass es wirklich so schnell und rasant losgehen wird. Aber umso mehr freuen wir uns. Wir investieren schließlich auch unserer Freizeit in sowas, wenn es dann niemanden interessieren würde, wäre das extrem schade gewesen.

Was denkst du werden die Menschen denken und tun, wenn sie die Botschaften lesen? Was würdest du dir wünschen, dass sie tun? Und was wünschst du dir von denen, die gerade jetzt diese Zeilen und danach hoffentlich die Sprüche auf der Seite lesen?

Ich stelle mir ein Spektrum von “Was soll der Scheiß?” bis “Da habe ich noch nie drüber nachgedacht.” vor, und das ist das Schöne an der Sache. Wir wünschen uns, dass jemand vielleicht kurz aus seinem Alltag gerissen wird und ihn mit einem besseren Gefühl wieder betritt. Da reichen schon vier Sekunden für aus.

Ich persönlich wünsche mir, dass man offen dran geht, und nicht mit einer “Blabla scheiß Emo-Teenie-Poesie-Kacke”-Erwartung dran geht. Im Prinzip sind diese Botschaften nur Zitate aus alltäglichen Gesprächen, die plötzlich mehr Aufmerksamkeit bekommen, weil sie aus ihrem eigentlichen Zusammenhang gerissen werden. Menschen sagen viel mehr tolle Sachen jeden Tag, als sie meistens bemerken.


 

Jan ist übrigens auf Twitter und Facebook zu finden genauso wie auch Besarta twittert und auf Facebook ihre Künste teilt. Folgt ihm und ihr wenn ihr mögt, vergesst aber auf jeden Fall nicht, euch die Fanseite zum Projekt anzusehen und vor allem ein “Gefällt mir” da zu lassen!

Momentan steckt alle noch in den Kinderschuhen und es sind wenige Sprüche vorhanden, aber die Idee ist schön und deshalb diese Erwähnung bei uns wert! Um an Jans Aussage aus dem kurzen Interview anzuknüpfen: nur wenn Feedback und Resonanz kommt, ist die Motivation da, weiter zu machen – also gebt beides reichlich und wie immer gilt: spread the word! Teilt was das Zeug hält :)


 

Nachtrag: es gibt mittlerweile eine kleine aber feine GoogleMaps-Karte, auf der alle Standorte der derzeit aufgehängten Zettel verzeichnet sind. Schaut einmal drauf und sobald euere Zettel hängt und ihr ihn eingesendet habt, taucht auch eure Pinnadel auf – natürlich nur, wenn ihr wollt!


 

 

 

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achisto

Autor und Fotograf bei mint.network
Administrator, Blogger, Fotograf. Mitgründer von mint.network im July 2011. Hauptsächlich als Autor und Fotograf tätig.

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3 Gedanken zu „Total neben der Spur – beOFFLINE

  1. Pingback: Total neben der Spur: BeOFFLINE

  2. Maik

    Das klingt wirklich nach einem sehr spannenden Projekt. Werde gleich auch mal schauen, ob ich mir nicht ein paar Sprüche ausdrucken kann. So etwas lässt sich ja perfekt an der Uni, im Seminarraum oder anschließend in der Bahn verteilen.

    Freu mich drauf :).

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