Vor mehr als zwei Wochen berichtete ich, dass ich ab sofort im Besitz einer Nikon D7000 bin, die meine Nikon D60 ersetzt und ergänzen soll. Ich versprach damals einige Berichte, das ist ein erster, mit Eindrücken von der Nikon an sich, ohne auf ihre Fotoqualität einzugehen!
Diesen Artikel habe ich schon vor wenigen Tagen geschrieben, es aber zeitlich nicht geschafft gehabt, ihn mit Bildern zu versehen und formatieren!
Bevor ich zu den Funktionen komme und den einzelnen Punkten, die mir aufgefallen sind, ein paar Dinge vorneweg: die Erfahrungen sind dadurch subjektiver Art, als dass ich von einer Nikon D60 umstieg. Dieser Sprung wird aber dadurch relativiert, dass ich schon mit einer D3s und einer D300 sowie D700 gearbeitet hatte, jeweils aber nur kurz. Jetzt erst einmal zum
Allgemeiner erster Eindruck der Kamera und Funktionen
Obwohl die Nikon D7000 gefühlte dreimal so viele Tasten wie meine D60 besitzt, fand ich mich bereits nach einer halben Stunde wunderbar zurecht. Ein Blick in’s Handbuch reichte, um zu wissen, wie man die Tasten belegen und benutzen kann, der Rest ist selbsterklärend – ist halt eine Nikon.
Ich freue mich sehr, dass Nikon so viele Knöpfe an die Kamera gepackt hat, das war einer der Punkte, die für mich wichtig waren, weil sie mich an meiner D60 nervten – es geht um einiges schneller, mit dem Auge am Sucher einen Knopf zu drücken und dabei das Rädchen zu drehen, als sich über das Menü zur Funktion zu hangeln.
So liegt nun auf dem Knopf direkt am Objektiv die Funktion, abzublenden, mit der Funktionstaste kann ich den Fokus speichern und mit AE-L/AF-L schalte ich die Belichtungsspeicherung ein und aus.
Auch gelungen finde ich die Aufhängung für den Trageriemen, gelungener als bei der D60 auf jeden Fall, die Aufhängung ist bei der Nikon D7000 nun ähnlich wenn nicht gleich der der D700. Wobei ich den Trageriemen sowieso unausgepackt ließ, ich benutze immer einen SunSniper-Gurt. Jetzt aber einmal näher zu den Einzelnen Funktionen.
Filmen mit der Nikon D7000
Mit der D7000 ist es genauso wie mit dem Vorgänger D90 möglich, zu filmen. Hier in FULL-HD also 1920 x 1080 Pixeln und 24p, also 24 Vollbilder pro Sekunde. Das ist nach aktuellen Möglichkeiten wenig, aber ausreichend. Im Gegensatz zur D90 ist aber nun die Verwendung des Autofokus während des Filmens möglich. Da kommt aber schon ein Punkt, den man unbedingt beachten muss: das Mikrofon sitzt direkt neben dem Objektiv, unter dem “D7000″-Schriftzug. Das heißt, bei jedem fokusieren per Autofkus ist der Motor lautstark zu hören, Abhilfe kann hier nur ein externes Mikro oder manuelles Fokusieren schaffen. Ersteres ist wohl sowieso zu empfehlen, da das Mikro der D7000 zwar ganz OK aber eben nichts Besonderes ist.
Meine ersten Versuche mit dem Filmen habe ich mit einem 18-105 Objektiv gemacht, dort ist der Autofokusmotor extrem zu hören, bei einer solchen Brennweite bietet sich auch schon ein Stativ an, da der Film sonst recht unruhig wirkt – trotz eingebautem VR im Objektiv.
Das Filmen funktioniert übrigens über die Taste, mit der man auch Live-View einschaltet (dazu noch einmal weiter unten). Einen Film werde ich nachreichen, sobald ich die Möglichkeit hatte, einmal draußen zu “drehen”.
Wahlrad für Modi und Aufnahmebetriebsart
Das Moduswahlrad ist bei der Nikon D7000 erweitert und zwar um den sogenannten “Aufnahmebetriebsartenwähler”. Der heißt wirklich so und ermöglich ein schnelles Einstellen der verschiedenene Arten, aufzunehmen: Einzelbild, langsames und schnelles Serienbildaufnahme, Fernauslöser etc. Das schöne daran ist, dass man auch hier nicht in’s Menü muss und direkt ablesen kann, wie man fotografiert.
Das Rädchen ist gesichert durch einen Knopf, den man erst herunterdrücken muss, bevor man es drehen kann, das ergibt sowohl Sinn, da man so nicht unabsichtlich verstellen kann, als auch ist es nicht hinderlich, ich zumindest wechsle die Betriebsart nur selten.
Nutzersettings U1 und U2
Auf dem Moduswahlrad könnt ihr außerdem zwei Tasten sehen, die so nicht normal sind:U1 und U2, die beiden Benutzersettings. Darauf könnt ihr die kompletten Einstellungen der Kamera ablegen inklusive Blendenwerte und Belichtungszeit. Konkret benutze ich das für den schnellen Wechsel zwischen indirektem und direktem Blitzen bei Veranstaltungen.
SCENE-Programme
Wählt ihr den Scene-Modus, könnt ihr zwischen 20 vorgegebenen Programmen wechselbn, bei denen die Kamera dann die besten Einstellungen wählt, z.B. für Schnee, Landschaften, Kinder, Nachtaufnahmen usw.
Ist ein ganz schöner Schnickschnack aber auch an meiner D60 habe ich kenes dieser Programme je gebraucht, hier wird es nicht anders aussehen.
Sonstige Modi
Abgesehen von den oberen Modi gibt es natürlich noch P, S, A und M sowie die Vollautomatik und die Vollautomatik ohne Blitz. Dazu gibt es nichts zu erklären, es funktioniert halt.
Live-View und der Sucher
Oben hatte ich beim Filmen schon die Live-View angesprochen, der Schalter zum Umschalten zwischen Live-View und Sucher befindet sich rechts neben dem Display, in seiner Mitte der rote Knopf zum Starten der Videoaufzeichnung. Ich benute schon immer fast nur den Sucher, auch hier zu mehr als 95 %, was auch damit zusammenhängt, dass ich die Kamera dadurch um ein Vielfaches ruhiger halte. Außerdem ist der Fokus in der Live-View langsamer.
Die einzigen Situationen, in der ich die Live-View nützlich finde, sind ungünstige Positionen, wie auf dem Boden etc. dort würde ich sie aber wohl noch öfter benutzen, wenn das Display klappbar wäre, so bleibe ich fast immer beim guten alten Sucher. Dass Filmen nur über den Bildschirm funktioniert, versteht sich hier aber wohl von selbst.
Apropo Sucher: an dieser Stelle hat Nikon richtig einehauend der D7000 einen Sucher mit 100% Bildfeld und einer 0,94-fachen Vergrößerung spendiert. Das heißt konkret, dass ihr 100% dessen, was später auf dem Bildschirm zu sehen ist, schon im Sucher seht, ihr also die Komposition vor allem an den Rändern perfekt gestalten könnt und so ein späteres Croppen des Bildes unnötig macht. Sehr schön und vor allem etwas, das man nur bei Vollformatkameras gewöhnt ist, wobei hier selbst die D700 nur 95 % Abdeckung hat.
Weitere Aufnahmemodi und -funktionen
Neben den bereits oben beschriebenen Möglichkeiten, die Aufnahmeart zu wählen, bietet die Nikon noch etwas mehr. So gibt es sowohl die Möglichkeit in Intervallen zu fotografieren, sehr praktisch für Zeitrafferaufnahmen direkt aus der Kamera ohne angeschlossenen PC oder externe Geräte.
Außerdem bietet die Nikon die Möglichkeit, Belichtungsreihen im BKT-Modus zu fotografieren, man kann dabei maximal drei Aufnahmen mit 0,3 – 2 LW Abstand machen. Das ist schade insoweit, als dass 3 Aufnahmen in mancher Situation zu wenig sind, andere Nikons können hier bis zu 9 Aufnahmen machen. Dennoch eine nicht zu unterschätzende Funktion, für beispielsweise HDRs perfekt!
Autofokus
Der Autofokus ist bei der D7000 in nichts zu vergleichen mit der D60. Insgesamt gibt es 39 Messfelder, von welchen 9 Kreuzsensoren sind, mit dem richtigen Objektiv ist er flott wie sonst etwas. Es gibt einige Dinge wie 3D-Tracking, das sogar erstaunlich gut aber nicht perfekt funktioniert, mit dem ihr sich bewegende Objektive durch den Raum verfolgen könnt, ihr könnt ein einzelnes Fokusmessfeld mit der Wippe steuern ud in Kombination mit der Funktionstaste, die ich mit dem Speichern des Fokus belegt habe, ist es so einfach wie nie, zu fokusieren.
Die verschiedenen Arten dabei sind AF-S, AF-C und AF-A bei welchem automatisch gewählt wird, was am besten ist. Funktioniert recht gut, gerade den AF-C habe ich bei diversen Aufnahmen unseres Welpen zu schätzen gewusst, gepaart mit 3D-Tracking.
Auch sehr schön: eine weitere Hardware-Taste, mit der der Fokus gewählt werden kann, man kann dort wählen, ob manuell oder automatisch fokusiert werden soll und mit dem Knopf in der Mitte in Kombination mit dem Rädchen auf der Rückseite bzw. Vorderseite die Anzahl der Messfelder bzw. die Fokusart. Toll!
Funktionen, die ich zu lieben lernte …
Dass ich in einem Artikel euch die Kamera nicht von vorne bis hinten erklären kann und will, dürfte klar sein, ich habe aber die eine oder andere Sache, die ich herausstellen möchte, einfach weil sie mir aufgefallen ist und ich sie erwähnenswert finde.
Wasserwaage
Die Nikon kann aufgrund eines Lagesensors feststellen, wie sie gedreht ist, man kann sich sowohl im Display als auch Sucher diese Wasserwaage anzeigen lassen und so die Kamera perfekt gerade ausrichten, sowohl im Hoch- als auch Querformat.
Abblendtaste
Wer nicht weiß, was das ist, möge einmal bei Benno vorbeischauen, er erklärt das sehr anschaulich. Ich habe bei der Nikon D7000 die Abblendtaste so belegt gelassen, wie sie war, nämlich mit der Funktion des Abblendens. Gerade bei so manchem Portrait oder Makros sehr zu empfehlen, möchte man irgendwann nicht mehr missen.
Speicherkartenslots
Die D7000 hat zwei Slots für Speicherkarten, es werden alle SD-Typen unterstützt. Das schöne daran: ich kann eine der beiden Karten als Backup benutzen, ich kann meine Fotos spiegeln und ich kann sie als Speicherergänzung nutzen, je nachdem, was man benötigt, sogar eine Trennung von RAW und JPG auf die beiden Karten ist möglich.
In der Praxis hilft das weiter, abhängig davon, was man fotografiert. Hat man beispielsweise ein Shooting und möchte die Bilder auf keinen Fall verlieren nutzt man das Backup, falls eine Karten kaputt geht. Hat man hingegen auf einer langwierigen Familienfeier zu tun ist man froh über jeden zusätzlichen Speicher, den eine zweite Karte bietet!
Ein/Ausgänge
Klar, nichts weltbewegendes, dennoch zu erwähnen: die Nikon hat einen Eingang für Mikros (wie oben erwähnt wichtig bei Aufnahmen) und für GPS-Logger, verwendet man einen kompatiblen lassen sich die Daten des GPS so direkt in die EXIFs des Bilds schreiben.
Ansonsten besitzt die Nikon einen üblichen Mini-USB und HDMI-Ausgang.
Quiet-Mode
Klingt für den einen oder anderen erst einmal belustigend: die Nikon kann auch leiser als normal auslösen. Das macht sie, indem sie den Auslösevorgang, speziell das Umklappen des Spiegels, aufteilt, in ein Weg- und ein wieder Zurückklappen. So kann man beispielsweise im Theater die Kamera auslösen lassen und dann in den Schoß nehmen, wo das Geräusch des Zurückklappens gedämpft wird. Werde ich wahrscheinlich seltener gebrauchen, aber man weiß ja nie.
Display Nummer II
Das Display auf der Oberseite ist der Hammer – habe ich bei der D60 alles über das rückseitige einstellen müssen, so ist dieses bei mir nur noch zur Bildvorschau und dem Menü an, der Rest läuft über das obige Display.
Fazit
Tja, was soll ich sagen: ich bin begeistert. Natürlich muss man der Ehrlichkeit halber sagen, dass ich kaum Negatives finden kann, weil der Vergleich mit einer noch besseren Kamera fehlt. Dennoch denke ich, dass mir offensichtliche Negativpunkte in der Bedienung sofort aufgefallen wären. Das hier soweit als erster Eindruck und “Funktionsbeschreibung”, euch erwartet die nächsten Wochen noch der eine oder andere Beitrag zu konkreten Dingen und mehr Fotos. Im Folgenden ein paar Fotos, die ich bisher geschossen habe.
achisto
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Richtig guter Artikel und noch geilere Kamera! Ich bin verdammt neidisch ;)
Wenn ich nicht meine verkackte Sigma SD14 an der Backe hätte, würde ich auch endlich meinen Arsch mal wieder in die Natur schieben und Fotos machen…. Aber ich bin einfach nur noch unzufrieden mit meiner Kamera – Deshalb kommen auch leider keine großen Bilder mehr von mir :/
Ich freue mich auf den nächsten Teil von deinem Review ;)
Netter Artikel, aber ich finde dennoch meine Canon EOS 600D besser, wenn ich auch gestehen muss, dass ich etwas neidisch auf den Autofokus während des Filmens bin.
Dass das noch nicht so verbreitet ist irritiert mich etwas. D:
In welchen Punkten bist du mit der 600D mehr zufrieden und würdest sie vorziehen?
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